Monday 13. July 2020
KA.login

FORDERUNGSPAPIER AN DIE POLITIK

Wieder zieht eine neue Regierung ins Land, doch die Ausgangslage bleibt unverändert. Schule in Österreich ist das Aneinanderreihen von Stunden, danach wollen alle das Schulhaus so schnell es geht verlassen. Schulen sind eben nicht als Lebens- und Lernorte konzipiert. Niemand will dort länger sein, als es unbedingt sein muss.

 

Die Ergebnisse sind allgemein bekannt: Die Lernfreude nimmt ab dem 1. Lernjahr kontinuierlich ab, fast 30 % Nichtleser mit 16 Jahren, deutlich weniger Spitzenschüler als etwa die skandinavischen Länder, Schwierigkeiten im problemlösenden Denken, über 50 %  Drop Out auf der Sekundarstufe II.

 

Bisherige Reformen, wie z.B. die Einführung der Neuen Mittelschule haben an den Grundproblemen nichts geändert. Nach wie vor werden Schüler mit 10 Jahren separiert, die AHS haben ungebremsten Zuspruch, es fehlt ein modernes Lehrerdienstrecht, es wird viel zu wenig in den Schuleingang zur Beseitigung von Defiziten investiert, die Leseergebnisse verschlechtern sich weiter. Die Herkunft und der Bildungsstatus entscheiden nach wie vor die Bildungschancen unserer Kinder.

 

Unser Schulsystem ist sozial ungerecht.

 

Eine Totalreform des Schulsystems bzw. ein grundsätzliches Umdenken tun Not.

 

Unsere Forderungen sind:

  • Eine moderne Schule inkludiert das Kindergartensystem und schafft Bildungsräume. In der Phase der 4 – 8 jährigen sind fließende Übergänge und vor allem intensive Fördermöglichkeiten zu schaffen. Selektive Paradigmen haben ausgedient. Die ersten Lernjahre sind entscheidend, um Erfolgserwartung aufzubauen.

  • Eine gemeinsame Schule („Gymnasium für alle") bis 14 ermöglicht Lernzyklen zu erweitern und vor allem die unselige Separierung der 10 jährigen zu beenden. Die ungelöste Mittelstufenfrage ist das Symbol für politischen Stillstand in diesem Land.

  • Flächendeckende verschränkte, sog. ganztägige Schulformen verbessern die Lernfähigkeit und den Beziehungsaufbau im Schulhaus.

  • Effiziente Stützsysteme entlasten die Lehrer.

  • Eine sozialindexbasierte Mittelzuweisung an Schulen hilft, Benachteiligungen im System auszugleichen und Ergebnisse zu verbessern.
  • Ganz wichtig: Schulen bzw. Schulverbünde entscheiden autonom über ihren Mitteleinsatz, die Ergebnisse werden von unabhängigen Qualitätsagenturen überprüft. Und dann die LehrerInnen: ALLE pädagogischen Berufe (natürlich inklusive Kindergartenpädagogik) sind auf eine gemeinsame gesetzliche und ausbildungsmäßige Basis zu stellen und somit aufzuwerten. Die faktische Unkündbarkeit der Lehrer ist abzuschaffen, damit man Ungeeignete jederzeit wieder loswerden kann.

  • Jetzt sind Strukturreformen gefragt! Die vorhandenen Doppelgleisigkeiten speziell auf der Sekundarstufe I führen zu sinnloser, ineffizienter Geldverschwendung. Eine einheitliche gesetzliche Trägerschaft ALLER Schulen wäre sinnvoll.

  • Die Menschen wünschen sich gute, leistungsfähige Schulen; vielfach fehlen die Bilder, wie solche Schulen aussehen könnten. Unser Vorschlag: Nehmt die Schule aus dem Parteiengezänk heraus und übergibt sie wenigstens für eine Periode angesehenen, unabhängigen ExpertInnen. Internationale good practice Beispiele, wie z. B. Kanada oder Schweden, zeigen, dass Schulreformen auch in überschaubarer Zeit möglich sind. Einen weiteren Verlust an Humanpotenzialen können wir uns als kleines Land nicht leisten.

  • Die ideologischen Gräben müssen unbedingt überwunden werden. Auch durch das Überbordwerfen von abgedroschenen Begriffen. Es geht darum, zeit- und sachgerechte Strukturlösungen zu finden, die den Menschen nützen und diesen ein glückliches Leben ermöglicht.

 

> Forderungspaper zum Download (pdf 84 KB)

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